Inkassomethoden


Inkassomethoden

Immer wieder greifen Medien das Thema Inkassofirmen auf und zeigen anhand realer Vorkommnisse, wie in dieser Branche, auch ausserhalb rechtlicher Grenzen, gearbeitet wird. Man hat noch das Verbot eines Inkassobüros vor Augen, das als „Moskau Inkasso“ firmierte, allerdings waren die Arbeitsmethoden sehr unseriös und rechtlich in keinster Weise abgedeckt.

Es verwundert, dass trotzdem immer wieder, gerade bei der Suche nach Inkassobüros im Internet, ähnliche Konstrukte auftauchen. Häufig mit osteuropäischen Firmenbezeichnungen und der unterschwelligen Andeutung, wie beabsichtigt wird, das Forderungsmanagement zu handhaben. Da wird der Vollzug des Mahnverfahrens durch ehemalige russische Soldaten oder Polizisten angeboten, die angeblich die Forderung sicher eintreiben. Diese Firmen bieten dabei immer den Besuch ihrer Mitarbeiter beim Schuldner an und setzen dabei auf Drohgebärden und die Einschüchterung der Schuldner.

Selbstverständlich ist diese Art des Inkassos genauso unzulässig wie der Besuch von dunkelgekleideten Besuchern zu nächtlicher Stunde um Forderungen zu präsentieren und einzutreiben. Seriöse Inkassofirmen werden sich immer von solchen Methoden distanzieren, ein „normaler“ Gläubiger tut gut daran, dieses auch zu tun. Diese Methoden sind nämlich im mindesten Falle Nötigung und damit ein Straftatbestand. Eine Anzeige des Schuldners führt zu einem Ermittlungsverfahren, sehr oft mit anschließender Verurteilung.

Oft versuchen auch vordergründig seriös wirkende Inkassofirmen die Forderungen ihrer Mandanten machmal durch Drohungen und Einschüchterungsversuche einzutreiben. Besonderes beliebt scheint hier die Drohung mit dem Schufaeintrag zu sein. Allerdings muß hier geprüft werden, ob ein solcher Eintrag überhaupt rechtmäßig wäre und ob eine Zustimmung zur Datenweitergabe jemals erteilt wurde.

Die mittlerweile übliche Rechtssprechung deutscher Gerichte vertritt die Auffassung, dass Kreditinformationssysteme nämlich nicht zum Einsatz für Inkassozwecke dienen dürfen. Besonders wenn das Verfahren noch schwebt, dürfen keinerlei Einträge in dies Systeme erfolgen.

Inkassofirmen unterliegen der Aufsicht durch jeweils zuständige Gerichte und sind klaren gesetzlichen Vorgaben unterworfen. In der Regel arbeiten diese Unternhmen auch seriös und im Rahmen der Legalität. Es besteht ein Rechtsdienstleistungsregister in das alle Inkassofirmen eingetragen sein müssen. Dieses kann von jedermann eingesehen werden, man kann also prüfen ob eine Genehmigung zum Inkasso vorliegt. Ebenfalls kann man sich bei den beiden großen Verbänden kundig machen, zu denen sich Inkassobüros zusammengeschlossen haben.

Moderne Inkassofirmen arbeiten heute mit einer effizienten Sofware, die Schuldner registriert und automatisch in bestimmten Intervallen anschreibt. Dies ist die häufigste Methode des Forderungseinzugs. Manche, allerdings längst nicht alle Inkassobüros suchen den telefonischen Kontakt zum Schuldner. Dies scheint sehr erfolgreich zu sein, denn der persönliche Draht hilft oft eine Lösung zu finden, die für Gläubiger und Schuldner befriedigend ist.

Einige, meist regional tätige Inkassobüros, lassen Kunden auch durch Aussendienstler besuchen. Hier stehen keine Drohungen, sondern der direkte Kontakt zum Schuldner im Vordergrund und auch hier soll versucht werden, durch verschiedene Maßnahmen wie zum Beispiel dem Angebot von Ratenzahlungen, beiden Parteien gerecht zu werden.

Zum Abschluß möchten wir daraufhinweisen, sofern man Post von Inkassofirmen bekommt, sollte man die Rechtmäßigkeit der Forderung prüfen und im Zweifel einen Anwalt oder eine Verbraucherzentrale einschalten.